Aktueller Zustand

Mehrere Brücken verbinden die Frankfurter Stadtteile Eschersheim und Heddernheim. Die älteste Verbindung zwischen Alt-Eschersheim und Heddernheimer Landstraße ist die „kleine“ Nidda-Brücke, unten an der Niedwiesenstraße. Seit 1908 quert auch die Straßenbahn die Nidda und bildet heute die Verbindung der U-Bahn-A-Strecke nach Heddernheim, de letzten Haltestelle, an der der U 1, 2, 3 und 8 noch gemeinsam fahren.

Auf beiden Seiten flankiert wird die U-Bahn seit 1972 von der Maybachbrücke, die tatsächlich aus mehreren Brücken besteht: Der kurzen westlichen Brücke stadteinwärts und der sehr viel längeren östlichen Brücke stadtauswärts, die nach der Nidda dann auch noch die Gleise der U-Bahn kreuzt. Dieses mächtige Brücken-Ensemble ist in die Jahre gekommen und es wird gerade geprüft, in welcher Form die verschiedenen Verkehre hier künftig die Nidda überwinden sollen.

Wir haben uns gefragt: Welche Chancen ergeben sich, wenn wir über einen reinen Ersatz der zunehmend baufälligen Brücken hinaus nachdenken?

U-Bahn-Station Heddernheim, überspannt von der Maybachbrücke

Die U-Bahn zerschneidet Eschersheim

Als Frankfurt sich 1960 aufmachte, die im Straßenverkehr steckenbleibenden Straßenbahnen durch den Bau eines U-Bahn-Netzes in die Zukunft zu führen, war für die A-Strecke von der Innenstadt zur gleichzeitig gebauten Nordweststadt geplant, die gesamte Eschersheimer Landstraße zu untertunneln. Bis zum Ende der Rampe vor der Station Dornbusch hat man das auch geschafft, der Rest sollte dann in einer zweiten Phase folgen – aber zu der kam es bis heute nicht.

Seit 1968 sind die Stadtteile Dornbusch und Eschersheim nun zerschnitten. Jede Querung, gerade für Fußgänger, ist oft mit mehreren Teil-Ampelabschnitten verbunden und entsprechend zeitaufwändig. An den Kreuzungen mit dem Straßenverkehr kommt es immer wieder zu schweren, teils sogar tödlichen Unfällen. Würde die U-Bahn auch hier unterirdisch fahren, wären solche Unfälle ausgeschlossen. Gleichzeitig könnte der Straßenraum oberirdisch völlig neu aufgeteilt werden und dann genügend Platz für Kraftfahrzeuge, Radfahrer, Fußgänger und den ruhenden Verkehr bieten – und das gleichzeitiger bei mehr Begrünung, für Schatten und Kühlung.

Die östliche Maybachbrücke von der Nidda aus gesehen.

Am extremsten ist die zerschneidende Wirkung an der Maybachbrücke sichtbar. Sie schlägt eine breite Schneise in die Stadt und dominiert auf der Heddernheimer Seite mächtig, furchteinflößend und finster die Landschaft. Bevor nun die Abfolge von Brücken (zwei Auto- und eine U-Bahn-Brücke über die Eisenbahngleise der Main-Weser-Bahn und wiederum zwei Auto- und eine U-Bahn-Brücke über die Nidda) neu gebaut werden, ist nun der optimale Zeitpunkt, um eine zukunftsgerichtete Alternative zu prüfen und ihre Chancen für die Stadtentwicklung und -Heilung zu bewerten.