Bauphasen

Bauen in Phasen zur Aufrechterhaltung des Betriebs

Die Nidda-Unterfahrung erfordert eine mehrjährige Baustelle im Bereich Eschersheim und Heddernheim. Die Verkehrswege über eine so lange Zeit zu kappen ist aber nicht zumutbar – glücklicherweise aber auch nicht notwendig!

Zur Lösung bietet sich ein Verfahren an, dass in Frankfurt entlang der Eschersheimer Landstraße bereits während des Baus der U-Bahn in den 1960er Jahren angewendet wurde:

  1. Zwischen der Station Lindenbaum bis zum Nordende der Station Weißer Stein werden provisorische Gleise für die U-Bahn im Raum der jetzigen Fahrspuren angelegt. Am Weißen Stein werden provisorische Außenbahnsteige passend zu den neuen Gleisen errichtet.
  2. In einer kurzen Sperrpause von einigen Tagen bis wenigen Wochen wird am Lindenbaum und von Heddernheim kommend auf die neuen Gleise verschwenkt.
  3. Die Bahnen nutzen die neuen provisorischen Gleise. Wenn der Schienenverkehr in dieser Zeit in der Form einer Straßenbahn geführt wird (also gemischt mit dem Individualverkehr), muss die heutige Zugfrequenz und -Höchstgeschwindigkeit möglicherweise reduziert werden.
  4. Die Bestandsgleise werden zurückgebaut. Ausgehend vom Weißen Stein wird einerseits in Richtung Lindenbaum in offener Bauweise Tunnel und Station gebaut und nach Norden in bergmännischer Weise der Tunnel unter der Eisenbahn und der Nidda hindurch. Die vergleichsweise kurze Tunnelstrecke legt dieses Verfahren nahe, da der Aufwand für den Einsatz einer Tunnelbohrmaschine vermutlich höher wäre.
  5. Sind die Tunnel gebaut und wieder geschlossen und die Rampe hoch zum Lindenbaum errichtet, können wiederum in einer vergleichsweise kurzen Sperrpause die Gleise im Norden und Süden an die neue Tunnelstrecke angeschlossen werden.
  6. Die provisorischen Gleise können zurückgebaut werden. Der Platz am Weißen Stein wird neu gestaltet.
  7. In noch zu definierender Weise wird die Straßenverbindung über Eisenbahn und Nidda günstig und zukunftsfest gebaut und in diesem Zuge – ggf. schrittweise – die bestehenden Brücken abgerissen.

Eine Lösung in Bauphasen für Heddernheim ist ähnlich denkbar, hängt aber stark von der tatsächlich gewählten Lösung ab und soll daher hier noch nicht weiter detailliert werden.

Vorbedingungen

Die Neugestaltung im Bereich Heddernheim setzt voraus, dass der betrieblich sehr ungünstige Betriebshof an anderer Stelle neu errichtet wird. Eine Standortsuche hierfür wurde bereits durchgeführt, der Neubau dann aber zunächst nicht weiter verfolgt.

Einschränkungen des Betriebs während der Bauzeit lassen sich vermutlich besser abfedern, wenn als alternative Strecken einerseits der U4-Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim-Mitte in Betrieb gegangen ist und andererseits die U5 bis zur Station Frankfurter Berg verlängert wurde. Die Mittelfristplanung von „Nidda oben ohne“ sollte daher die Zeitplanung dieser Projekte mit berücksichtigen.