Heddernheim

Die Station Heddernheim ist besonders wichtig, denn ab hier verzweigen sich die verschiedenen Linien auf ihrem Weg in die Vororte, beginnend mit der U2 in Richtung Bad Homburg. Deren Abzweig wird für die weiteren Überlegungen als Fixpunkt angenommen. Um von der Unterquerung der Nidda bis zur Höhe dieses Abzweigs zu kommen, muss auf einer Strecke von rund 530 Meter ein Höhenunterschied von angenommen gut 14 Metern überwunden werden. Innerhalb dieser Steigungsstrecke muss die Station Heddernheim umgesetzt werden. Wird die Station ohne Längssteigung gebaut, beträgt die Steigung von der Nidda bis zum Abzweig ca. 3,3% (geringer als die Steigung zwischen Niederursel und Riedberg). Nimmt man eine leichte Steigung des Bahnsteigs in Kauf, lässt sich dieser Wert auf rund 3% senken.

Hier sind drei mögliche Varianten, die sich über ihre Lage, Bautiefe und Erschließungsfunktionen gut unterscheiden lassen.

Variante A: Station komplett oberirdisch

Bei dieser Variante liegt die Station möglichst dicht am Abzweig der U2. Bau und Betrieb sind vergleichsweise günstig. Dafür verlängern sich aber die Wege aus Richtung Alt-Heddernheim zur Station, was den Nutzen der Station gegenüber dem heutigen Zustand senkt. Die bessere Erschließung aus Richtung Olof-Palme-Straße lässt sich kaum dagegen aufrechnen, da dieser Bereich über die Station Sandelmühle bereits gut versorgt ist.

Variante B: Unterirdische Station dicht an der Nidda

Eine unterirdische Station Heddernheim würde es ermöglichen, an der Oberfläche gute Verbindungen zwischen den Bereichen Sandelmühle und Alt-Heddernheim bis zur Dillgasse zu etablieren. Dem stehen höhere Baukosten einer unterirdischen Station gegenüber und die wiederum im Schnitt längeren Wege aus Alt-Heddernheim (Nassauer Straße). Verbesserungen bieten sich hingegen für die Anwohner:innen aus dem Bereich Niedwiesenstraße.

Variante C: Station im Trog

Die jetzige Lage der Station bietet einen guten Kompromiss für die Erreichbarkeit aus Heddernheim.

Würde man an ungefähr dieser Stelle die Station platzieren, dann zwingt die Steigung von der Nidda-Unterquerung zum Abzweig dazu, die Station in einem Trog zu platzieren. Dies schafft trotz der etwas höheren Aufwände für den Bau (aber günstiger als unterirdisch) eine Reihe von Vorteilen:

  • weiter gute Erreichbarkeit der Station
  • neue Möglichkeiten zur ebenerdigen Querung der Station ohne Bahnübergang durch Brücken über den Trog
  • Zugänge können einfacher barrierefrei hergestellt werden als bei einer komplett unterirdischen Station. Ähnlich den Planungen für die Querpassage des künftigen Fernbahntunnels könnte der Bahnsteig mit einer Kombination aus Aufzug und einer Rampe mit größerer Steigung erschlossen werden. Menschen mit Mobilitätseinschränkung nutzen in der Regel den Aufzug, während uneingeschränkte Personen die kurze Rampe gut nutzen können. Fällt der Aufzug einmal aus, kann die Station in vielen Fällen weiter von allen Menschen durch leichte Unterstützung durch Mitreisende genutzt werden.

Insbesondere die bessere Erreichbarkeit spricht deutlich für die Station im Trog. Diese bringt noch mehr Vorteile mit sich, die die Varianten A und B nicht, oder nur mit hohen Kosten, ermöglichen.

Heute schon ist Heddernheim ein Knotenpunkt, der zum Ein- und Ausfädeln von Zügen im Betrieb genutzt wird, zur Kappung von Linien bei Störungen oder bei begrenzter Kapazität auf der A-Strecke Richtung Südbahnhof. Eine rein zweigleisige Station kann diese Funktion kaum erfüllen. Die derzeitige Form mit einem dritten Gleis zeigt in der Praxis allerdings durch die niveaugleiche Querung mit dem Gegenverkehr bei jeder Einfahrt große Probleme, die die Gesamtkapazität der Station eng begrenzen. Auch schon die Fahrerwechsel an dieser Station führen oft zu kurzen Rückstauungen aus beiden Richtungen.

Eine künftige Station Heddernheim sollte nicht nur die heutigen Nutzungen besser unterstützen, sondern auch noch Kapazität schaffen für weitere Steigerungen des Betriebs und neue Varianten der Betriebsabwicklung, denn mit der U2-Verlängerung bis zum Bahnhof Bad Homburg und dem U4-Lückenschluss wird der Verkehr in Heddernheim noch weiter zunehmen!

Daher schlagen wir vor, die Station Heddernheim im Trog mit zwei Bahnsteigen mit je zwei Gleisen, insgesamt also vier Gleisen anzulegen.

Hier einige Beispiele für Fahrten, die dann leichter möglich werden:

  • Die sich hier trennende U2 könnte bevorzugt auf einem eigenen Gleis abfahren. Als Variante ist sogar denkbar, die Ausfahrtsgleise nach Norden so zu führen, dass eine U2 und ein Zug einer der anderen Linien parallel nach Norden abfahren können.
  • Genauso kann auch eine U2 parallel mit einer anderen Linie einfahren.
  • Verstärkerfahrten aus Richtung Norden könnten leichter in ein Gleis einfahren und erst dann ausfahren, wenn sie in Richtung Norden keinen anderen Zug blockieren
  • Nach dem Lückenschluss der U4 bis Ginnheim könnte die U4 leichter in Heddernheim wenden.

Man sieht, dass der grundlegende Umbau von Heddernheim ohnehin notwendig wird und dann gleich in einer zukunftssicheren Form geschehen sollte.